Abfindungen

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Eine Abfindung ist eine einmalige außerordentliche Zahlung, die der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses als Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes und der damit verbundenen Verdienstmöglichkeiten erhält.

Ein allgemeiner gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung besteht nicht. Ein Rechtsanspruch kann lediglich auf Basis eines Sozialplans, eines Tarifvertrages oder einer einzelvertraglichen Regelung bestehen. Seit 2004 hat ein Arbeitgeber im Falle einer betrieblichen Kündigung die Möglichkeit, einem Arbeitnehmer auf Basis einer Abfindung von einem halben Monatsgehalt pro Jahr der Betriebszugehörigkeit eine Verzichtserklärung auf eine Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht anzubieten. Der Arbeitnehmer muss dieses Angebot jedoch nicht annehmen. Aufgrund der relativ hohen Kosten dieses im Kündigungsschutzgesetz geregelten Abfindungsangebots, wird es von Arbeitgebern relativ selten in Anspruch genommen.

Für eine Abfindung müssen keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden, da sie wegen des Wegfalls der künftigen Verdienstmöglichkeiten gezahlt wird. Wenn eine Abfindung im Rahmen eines Aufhebungs- oder Abwicklungsvertrages vereinbart wurde, dann greift eine dreimonatige Sperrzeit im Falle eines Arbeitslosengeldbezugs.

Abfindungen unterliegen grundsätzlich in vollem Umfang der Einkommenssteuer. Da es sich jedoch um eine Einmalzahlung für einen Verdienstausfall über einen längeren Zeitraum handelt, wird zur Abfederung der Progression in der Einkommenssteuer lediglich der Steuersatz zugrunde gelegt, der bei einem Fünftel der Abfindungssumme zu zahlen wäre.

Literatur:

http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Abfindung.html

Muschiol, T. und F. DeCoite (2009), Gekündigt: was nun?, Haufe Verlag, online Ressource.

Schlagwort:
Abfindung

JEL Code:
[J650] Unemployment Insurance; Severance Pay; Plant Closings

Wirtschaftskompass: 6.6 Kündigungsschutz

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