Gabelung der menschlichen Naturen heute

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Es gabeln sich die menschlichen Naturen. Die einen sind Naturen welche gewissermaßen das Leiblich-Physische in sich verhärten. Sie entwickeln es in einer gewissen Verhärtung bis zum 27. Lebensjahre dann bleiben sie stehen sie lehnen das Geistig-Seelische ab. In der einen Gabelrichtung liegt die Verstumpfung der Menschheit. Die anderen überlassen sich bis zum 27. Jahre allen treibenden pulsierenden Kräften des Physisch-Leiblichen und ziehen die Geistigkeit heraus. Im Physischen liegt viel. Die Geisteswissenschaft versucht in einer harmonischen durchgeistigten Art alles das was im Nerv Blut und Muskel ist heraufzuholen ins Bewußtsein. Geisteswissenschaft lehnen nicht nur die Stumpflinge ab sondern auch vielfach diejenigen – und es werden ihrer immer mehr werden – die lebendig pulsierend bis zur Geschlechtsreife und bis zum 27. Jahre dasjenige fühlen was als Genialität im Nerv Blut Muskel drunten kocht und siedet. Diese überhitzten Naturen die gewissermaßen das menschliche Leben verbrennt werden immer häufiger und häufiger. Sporadisch treten sie heute (1918) schon außerordentlich häufig auf. Man bevölkert mit ihnen die Irrenhäuser und so weiter. Eine (solche) typische Natur ist ja zu einer Weltberühmtheit geworden in der neueren Zeit der Philosoph Otto Weiniger. [1]

Zitate:

[1]  GA 174a Seite 280   (Ausgabe 1982 308 Seiten)

Quellen:

GA 174a:  Mitteleuropa zwischen Ost und West (1914-1918)

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