Gajomard

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Gajomard (Teil I – Teil II)

Alte Kunde berichtet uns daß Gajomard der erste gewesen der die Erde beherrschte.

Als die Sonne ins Zeichen des Widders trat setzte er zuerst auf die Berge den Fuß die Welt wurde verjüngt und mit himmlischem Glanze erfüllt. Gajomard gürtete sich zur Herrschaft kleidete sich und die Seinen in Tigerfelle und stieg von den Höhen herab. Neue Nahrung gab er den Menschen Kleidung und Speise und er war über dreißig Jahre Herr und König auf Erden. Sonnengleich strahlte er auf seinem Thron.

Alles Wild und die Tiere des Feldes alles was Leben hatte kam zu ihm und ruhte bei ihm; zweimal am Tage beteten alle ihn an. Sein Sohn war Siamak genannt; er war schön klug und weise und der Vater liebte ihn zärtlich. Lange herrschten Gajomard und Siamak und sie hatten keinen Feind außer dem argen Angra Mainju und dessen Sohn; deren Tage dunkelten ob der Herrlichkeit Siamaks und des Glanzes der von des Königs Throne ausging.

Da sammelten Angra Mainju und sein Sohn ein Heer der Deven der unreinen Geister um Gajomard und Siamak die Herrschaft zu nehmen und ihnen die Krone zu rauben. Gajomard und Siamak ahnten hiervon nichts. Da fuhr der heilige Sraosch der selige Gottesbote in Tigerfelle gekleidet herab und sprach zu Siamak:
‚Ein Feind naht euch mit großem Haß und bedroht deinen Vater!‘
Nun kleidete sich Siamak in schützende Felle – noch gab es ja keine Panzer – und zog mit einem Heer den Feinden entgegen. Mit Angra Mainjus Dämonensohn kämpfte Siamak tapfer stritt er mit dem Argen doch der ergriff ihn und warf ihn zu Boden. Mit seinen Klauen zerfetzte er ihm den Leib bis er starb.

So wurde das Heer Gajomards führerlos.

 

 

Als Gajomard vom Tode des geliebten Sohnes erfuhr wurde ihm die Erde von Trauer umnachtet.

Betrübten Herzens stieg er vom Throne; das ganze Heer Mann für Mann weinte mit seinem König in himmelblaufarbenen Kleidern um ihn geschart. Wehklagend kamen Wild Vieh und Vögel in Scharen herbei. Alle trauerten sie mit ihrem Herrn. So verging ein Jahr in Trauern und Weinen da kam von Gott gesandt Sraosch herab und verkündete dem Gajomard:
‚Trauere nicht länger! Rüste ein Heer und reinige damit die Erde von den bösen Geistern. Sättige dein Herz mit Rache.‘

Gajomard wandte die Augen dankend zum Himmel betete zu Gott und eilte sodann Sraoschs Befehl zu entsprechen. Keine Ruhe vergönnte der greise Herrscher sich Speise und Trank ließ er zur Seite; nach Rache dürstete sein Herz. Siamak hatte einen Sohn dessen Name war Hoschang. Den rief der Großvater und vertraute ihm die Führung des Heeres an.
‚Du mußt‘ sprach er zu ihm ‚der Herr des Heeres sein denn ich bin alt du aber bist in der Frische der Jugend!‘

Hoschang sammelte die reinen Geister die wilden Tiere und die des Feldes und alle Vögel. Mit solch großem Heer zog er den Scharen Angra Mainjus entgegen. Mutig schritt er dem Heere voran entgegen den schrecklichen Deven. Der Deven Fürst hatte keine Furcht er schärfte seine schaurigen Krallen doch seine Scharen wurden verwirrt als sie Hoschangs große Streitmacht nahen sahen. Da ergriff Hoschang den Deven streckte ihn mit seiner Faust nieder und erschlug ihn. Er zog ihm das Fell ab und legte ihm den Kopf vor die Füße. So rächte Hoschang des Vaters Tod an dem schwarzen Deven. Gajomards Leben aber war vollendet und seine Tage neigten sich. Er ging und ließ die Welt fahren; keine Huld hatte sie ihm bewiesen.

Hoschang aber wurde König und Herr.

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