SS – Die Schutzstaffel im Dritten Reich

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Die SS war eine im Umfeld der nationalsozialistischen Bewegung angesiedelte paramilitärische Gruppe und wurde 1925 zunächst als so genannte „Stabswache“ zum persönlichen Schutz Adolf Hitlers gegründet. Anfänglich war sie noch der SA unterstellt, entwickelte sich aber zunehmend zu einer Elitetruppe mit besonderen Aufträgen. Unter ihrem „Reichsführer SS“ Heinrich Himmler übte die Gruppe auch „Polizeifunktionen“ innerhalb der NSDAP aus. Sie ermordete 1934 die Führungsriege der SA im Rahmen des so genannten Röhm-Putsches.

In der Folge wurden zahlreiche Unterabteilungen gebildet. Die wichtigsten waren:

  • 1931 das Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA), dessen Aufgabe die Heranbildung einer „rassisch wertvollen“ Führungselite sein sollte.
  • Das SD-Amt (SD = Sicherheitsdienst), ein Geheimdienst zur Bekämpfung externer wie interner Gegner (Leiter: Reinhard Heydrich), der u. a. auch die Stimmungslage in der Bevölkerung ausspionierte.
  • Die Sicherheitspolizei (Sipo) als Dachorganisation für Kriminal- und Geheime Staatspolizei (Gestapo).

Besondere Einsatzgruppen betrieben – verstärkt nach Kriegsbeginn – die Verfolgung und Ermordung Hunderttausender von Menschen, die aus rassischen (Juden, Sinti und Roma), moralischen (Homosexuelle u. a.) oder politischen Gründen eliminiert werden sollten. Zur Bewachung der flächendeckend eingerichteten Konzentrationslager wurden die SS-Totenkopfverbände eingesetzt. Nicht zuletzt auch mit der ab 1939 stark ausgebauten Waffen-SS hatte die Organisation somit maßgeblichen Anteil an der geradezu industriell betriebenen Vernichtung von Millionen von Menschenleben im Rahmen der „Endlösung“.

Zudem verübte die SS zahllose Massenexekutionen in den besetzten Ländern. Während des Krieges übernahm die Organisation auch politische und administrative Aufgaben: Ab 1942 betrieb Sie die Verwaltung der Konzentrationslager, einschließlich der wirtschaftlichen Ausbeutung der Häftlinge über das Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft. Weiterhin siedelte sie „Fremdvölkische“ aus den Ostgebieten gewaltsam aus und „Volksdeutsche“ an.

In den Nürnberger Prozessen nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur wurde die SS 1946 als Hauptinstrument des politischen Terrors zur „verbrecherischen Organisation“ erklärt.

rev. ff, 2.2.04

 

Literatur

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Benz, Wigbert / Bernd Bredemeyer / Klaus Fieberg: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg. Beiträge, Materialien Dokumente. CD-Rom, Braunschweig 2004.

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Hilberg, Raul: Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933 – 1945. Frankfurt am Main 1992.

Höß, Rudolf/ Broad, Perry/ Kremer, Johann Paul: Auschwitz in den Augen der SS. Auschwitz-Birkenau 1998.

Klee, Ernst u.a. (Hrsg.): „Schöne Zeiten“. Judenmord aus Sicht der Täter und Gaffer. Frankfurt am Main 1988.

Klein, Peter (Hrsg.): Die Einsatzgruppen in der besetzten Sowjetunion 1941/ 42. Die Tätigkeits- und Lageberichte des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD. Berlin 1997.

Longerich, Peter: Politik der Vernichtung. Eine Gesamtdarstellung der nationalsozialistischen Judenverfolgung. München 1998.

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Orth, Karin: Das System der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Hamburg 1999.

Schwarz, Gudrun: Die nationalsozialistischen Lager. Frankfurt am Main 1996.

Segev, Tom: Die Soldaten des Bösen. Zur Geschichte der KZ-Kommandanten. Reinbek 1992.

Smelser, Ronald M. (Hrsg.): Die SS. Elite unter dem Totenkopf. 30 Lebensläufe. Paderborn/ München/ Wien/ Zürich 2000.

Wiesenthal, Simon: Denn sie wussten, was sie tun. Zeichnungen und Aufzeichnungen aus dem KZ Mauthausen. Wien 1995.

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