Pädagogik – Abstraktionen statt Bilder – Folgen

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Es ist so daß die Seele in einer gewissen Weise mit Kräften durchzogen war die bildlos sind. Und jetzt beginnt – und darinnen liegt vielfach der Grund für das Stürmische unserer Zeit –

jetzt beginnt die Zeit in welcher die Seelen aus der geistigen Welt indem sie durch die Empfängnis und die Geburt zum irdischen Leben heruntersteigen sich Bilder mitbringen. Bilder wenn sie mitgebracht werden aus dem geistigen Leben in dieses physische Leben herein müssen unter allen Umständen wenn Heil für den Menschen und für sein soziales Leben entstehen soll unbedingt sich mit dem astralischen Leib verbinden während sich das Bildlose nur verbindet mit dem Ich. Jetzt aber beginnt die Zeit wo der Mensch fühlen muß: In dir leben aus vorgeburtlichem Leben heraus Bilder die mußt du in dir während des Lebens lebendig machen. Das kannst du nicht mit dem bloßen Ich das muß tiefer in dich hineinwirken; das muß bis in den astralischen Leib hineinwirken. [1] Indem der Lehrer Bilder (statt Abstraktionen) vor das kindliche Gemüt hinstellt zucken herauf aus dem kindlichen Gemüte diejenigen Bilder oder besser gesagt die Kräfte der verbildlichenden Darstellungen die empfangen worden sind vor der Empfängnis. Bringt man aber das Unbildliche an das Kind heran; das Kind aber hat da in seinem (Seelen-)Leibe Kräfte sitzen welche es zersprengen wenn sie nicht heraufgeholt werden in bildhafter Darstellung. Verloren gehen diese Kräfte nicht; sie breiten sich aus sie gewinnen Dasein sie treten doch in die Gedanken in die Gefühle in die Willensimpulse hinein. Und was entstehen daraus für Menschen? Rebellen Revolutionäre unzufriedene Menschen Menschen die nicht wissen was sie wollen weil sie etwas wollen was man nicht wissen kann weil sie etwas wollen was mit keinem möglichen sozialen Organismus vereinbar ist was sie sich nur vorstellen was in ihre Phantasie hätte gehen sollen da nicht hineingegangen ist sondern in ihre sozialen Treibereien hineingegangen ist. Und so kann man sagen daß diejenigen Menschen die es in okkultistischer Weise nicht ehrlich meinen mit ihren Mitmenschen sich nur nicht zu sagen getrauen: Wenn heute die Welt revoltiert da ist es der Himmel der revoltiert das heißt der Himmel der zurückgehalten wird in den Seelen der Menschen und der dann nicht in seiner eigenen Gestalt sondern in seinem Gegenteile zum Vorschein kommt der in Kampf und Blut zum Vorschein kommt statt in Imaginationen. Es ist daher gar kein Wunder wenn jene Menschen die sich an solchem Zerstörungswerk der sozialen Ordnung beteiligen eigentlich das Gefühl haben sie tun etwas Gutes. Denn was spüren sie in sich? Den Himmel spüren sie in sich; er nimmt aber nur karikaturhafte Gestalt an in ihrer Seele. [2]

Zitate:

[1]  GA 199 Seite 258   (Ausgabe 1985 318 Seiten)
[2]  GA 199 Seite 258ff   (Ausgabe 1985 318 Seiten)

Quellen:

GA 199:  Geisteswissenschaft als Erkenntnis der Grundimpulse sozialer Gestaltung (1920)

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